Warum ist eine Rassekatze so teuer?


Das lässt sich eigentlich ganz einfach erklären. Aber in etwas mehr als zwei Sätzen.

Ein seriöser Züchter ist in einem Verein registriert. Als Verbandsmitglied muss er dafür einen jährlichen Beitrag  zahlen.  Der Verein stellt  Papiere für die Tiere aus, dadurch wird z.B. gewährleistet, dass die Zuchtregeln eingehalten werden. Die Tiere entsprechen den Zuchtrichtlinien, sie sind gesund, werden regelmäßig geimpft und untersucht, sie haben keine Missbildungen und entsprechen dem Rasse-Standard.

       

Vor dem ersten Wurf muss ein Zwingername im Verband registriert werden. Der Zwingername ist quasi der Nachname der Tiere, die im Besitz des Züchters geboren werden. Anhand dieses Nachnamens kann man auch noch Jahre später den jeweiligen Züchter herausfinden. Um dies zu gewährleisten muss der Zwingername registriert werden. Die weltweite Registrierung des Zwingernamens kostet ebenfalls Geld.

Exakt sind die anfallenden Kosten nicht planbar, Züchter müssen immer mit unerwartet anfallenden Kosten rechnen,  für Tierarzt (Kaiserschnitt,  Arzneimittel usw.) oder  z.B. Handaufzucht (bedeutet 24 Stunden  Full-Time-Job rund um die Uhr).

Jungtiere werden von seriösen Züchtern grundsätzlich entwurmt und geimpft abgegeben. Das bedeutet natürlich Kosten für mehrfache Tierarztbesuche und Medikamente. Und in Züchterhaushalten leben naturgemäß keine Einzeltiere, sondern oft noch neben den aktuellen Zuchttieren und Babys auch Kastraten. Zuchttiere und Ausstellungstiere  müssen sowohl für die Verpaarung als auch für Ausstellungsbesuche jederzeit vollständigen Impfschutz aufweisen. Das wird auf Ausstellungen von Tierärzten überprüft und muss bei Beantragung der Stammbäume für Jungtiere über den Impfpass nachgewiesen werden.

 

Nur wer billig produziert, kann auch billig verkaufen!

Den Preis zahlen in erster Linie die Tiere! Aber auch die neuen Besitzer kommen in den seltensten Fällen preisgünstig davon. Die Einzigen, die zufrieden aus dem Geschäft hervorgehen, sind skrupellose Geschäftemacher, die durch den Verkauf nicht nur profitierten, sondern auch Platz für neue Ware geschaffen haben.

Werden Jungtiere zu auffallend günstigen Preisen angeboten, so ist davon auszugehen, dass dies nur möglich ist, indem ihre körperlichen und seelischen Bedürfnisse grob missachtet wurden.

Bei diesen bedauernswerten Tieren handelt es sich oft um "Produkte" aus Massenzuchten, die einzig Vermehrung und Verkauf zum Ziel haben. Die Muttertiere werden durch zu frühe und viel zu häufige Bedeckung schamlos ausgebeutet. Bis sie geschwächt und ausgemergelt sterben, bei der Verpaarung der Elterntiere finden Gesundheit, Qualität und Charakter keine Beachtung und von einer medizinischen Grundversorgung der Tiere kann nicht ausgegangen werden. Sie käme zu teuer. Darüber hinaus werden die Welpen oft viel zu früh (vor der 12. Lebenswoche) abgegeben - so kann das Muttertier gleich wieder gedeckt werden. Dass Jungtiere, die unter solchen Umständen gezeugt und aufgezogen werden, meist krank und schwach sind, kann sich selbst ein Laie denken.

Alle Züchter, die dem 1. DEKZV e.V. angehören, unterliegen strengen  Zuchtrichtlinien, die eng am Tierschutzgesetz ausgerichtet sind. Sie regeln ebenso das Mindestalter für die Erstdeckung des Muttertieres und die Häufigkeit der zugelassenen Deckungen, wie die medizinische Versorgung (Impfungen, Wurmkuren) und das frühestmögliche Abgabealter der Jungtiere. Hierdurch sind optimale Bedingungen gewährleistet, aus denen gesunde und psychisch stabile Tiere hervorgehen.

 

 

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Die "Schnäppchenkatze"

 

Vereinszugehörigkeit? / Schwarzzüchter?

Ein Züchter, der Rassekatzen ohne Stammbaum anbietet, hat sich entweder durch seine schlechte Tierhaltung verwirkt, in einem ordentlichen Verein Mitglied zu sein, oder er erhielt keine Stammbäume vom Verein, weil er die Zuchtbestimmungen nicht eingehalten hat. Wenn also ohne Vereinsmitgliedschaft gezüchtet wird, entzieht sich ein solcher "Züchter", ganz bewusst jeglicher Kontrolle. Man kann also von vornherein annehmen, dass er Verstöße gegen die Interessen der Katzen begeht oder beabsichtigt, sonst bräuchte er ja Kontrolle nicht zu fürchten.

Wir distanzieren uns an dieser Stelle von allen unseriösen Tierhändlern, die oft viel zu junge und auch kranke Welpen anbieten. Manche verkaufen auf Parkplätzen gleich aus dem Auto  heraus, klingeln an Hautüren  oder  "besorgen" Tiere auf Bestellung. Ebenso gibt es große Tierhandlungen, die unter dem Deckmäntelchen der amtstierärztlichen Zulassung junge Hunde und Katzen anbieten. Im Nachbarland Österreich ist der Verkauf von Hunden und Katzen in Tierhandlungen schon seit einigen Jahren verboten und wird dort streng geahndet. Hier hat Deutschland wohl noch erheblichen Nachholbedarf!

 

Eine Reportage vom MDR Sept.2007       
Hier geht es um Hundehandel, bei Katzen sieht es aber genauso aus  

Tipps, wie Sie eine gesunde Rassekatze finden, können Sie unter "Tipps rund um den Kauf" nachlesen.